Der Bohrer war schon fast durch. Ein kurzes Zittern in der Hand, dann: Knall. Sicherung raus. Alles dunkel. Oder – und das ist die gefährlichere Variante – gar nichts passiert. Kein Knall, kein Funke, alles scheint normal. Genau das ist der Moment, in dem viele den größten Fehler machen.
Zwei Szenarien – ein richtiges Verhalten
Wer ein Kabel in der Wand angebohrt hat, erlebt meist eines von zwei Szenarien:
Szenario 1 – Der Knall: Die Sicherung fliegt raus, es riecht verbrannt, vielleicht gibt es einen kurzen Lichtblitz. Hier ist sofort klar, dass etwas passiert ist.
Szenario 2 – Die Stille: Nichts passiert. Der Bohrer läuft weiter, das Licht brennt, alles scheint in Ordnung. Das Kabel war vielleicht stromlos, oder es wurde nur die Isolierung angekratzt, ohne eine leitende Ader zu treffen.
Beide Szenarien erfordern dieselbe Reaktion: sofort aufhören, Strom abschalten, Fachmann rufen. Der Unterschied: Beim zweiten Szenario fühlt es sich nicht dringend an – und genau deshalb ist es oft die gefährlichere Situation.
Sofortmaßnahmen – Diese Reihenfolge zählt
Keine Panik, aber auch keine Sekunde zögern. Wer kabel beim bohren getroffen hat, geht genau so vor:
Schritt 1: Bohrmaschine sofort herausziehen
Nicht weiter bohren, nicht rütteln – Bohrmaschine raus und weglegen.
Schritt 2: Nichts anfassen
Das beschädigte Kabel, die Wand drumherum, den Bohrer selbst – nichts berühren, selbst wenn die Sicherung rausgeflogen ist. Restspannung kann noch vorhanden sein.
Schritt 3: Zum Sicherungskasten
Den betroffenen Stromkreis ausschalten – im Zweifel gleich mehrere oder alle. Wer nicht weiß, welcher Stromkreis betroffen ist, schaltet alle ab.
Schritt 4: Gegen Wiedereinschalten sichern
Ein Zettel am Sicherungskasten, ein Klebeband über den Schalter – dafür sorgen, dass niemand im Haushalt die Sicherung wieder einschaltet, bevor ein Elektriker da war.
Schritt 5: Elektriker rufen
Nicht morgen. Nicht übermorgen. Jetzt. Ein angebohrtes Kabel ist kein Kosmetikproblem – es ist ein Sicherheitsrisiko, das in der Wand weiter wirkt, auch wenn man es nicht mehr sieht.
Warum “sieht okay aus” keine Entwarnung ist
Hier liegt das eigentliche Risiko: Ein Kabel, dessen Isolierung nur leicht beschädigt wurde, ohne dass eine Ader vollständig durchtrennt wurde, fällt im Alltag zunächst nicht auf. Der Strom fließt weiter, alles funktioniert.
Aber an der beschädigten Stelle passiert etwas: Die verletzte Isolierung lässt mit der Zeit Feuchtigkeit ein. Kontaktflächen oxidieren. Bei Belastung entstehen Widerstandserhöhungen, die Wärme erzeugen – unsichtbar hinter dem Putz, über Tage oder Wochen. Was daraus entstehen kann, beschreibt unser Artikel über die Warnzeichen eines Kabelbrands – ein Risiko, das oft unterschätzt wird, weil es sich schleichend entwickelt.
Selbst in einem Haus in Spandau, das erst vor drei Jahren renoviert wurde, kann eine angebohrte Stelle zur stillen Gefahrenquelle werden.
Kabel angebohrt reparieren – Was ist erlaubt, was nicht?
Eines vorweg: Die Reparatur eines angebohrten Kabels darf ausschließlich ein zugelassener Elektrofachbetrieb durchführen. Das ist keine Empfehlung – es ist gesetzlich geregelt. Wer selbst Hand anlegt, riskiert nicht nur seine eigene Sicherheit, sondern auch den Versicherungsschutz.
Aber was passiert bei der Reparatur genau?
Methode 1: Unterputzdose mit Klemmen
Die häufigste und sauberste Lösung. Die beschädigte Stelle wird freigelegt, das Kabel an beiden Seiten der Schadstelle durchtrennt, und die Verbindung wird in einer neu eingesetzten Unterputzdose mit zugelassenen Verbindungsklemmen (zum Beispiel WAGO 221) hergestellt. Die Dose bleibt zugänglich – das ist Vorschrift nach DIN VDE 0100.
Methode 2: Vergussmuffe
Bei Schadstellen, die schwer zugänglich sind oder wo eine Unterputzdose nicht sinnvoll platziert werden kann, kommt eine Verguss- oder Schrumpfmuffe zum Einsatz. Diese wird über die Schadstelle gestülpt und dauerhaft versiegelt. Diese Methode darf im Putz verbleiben.
Methode 3: Kabel komplett erneuern
Wenn mehrere Stellen beschädigt wurden – zum Beispiel bei einer Küchenrenovierung mit vielen Bohrlöchern in Marzahn oder Tempelhof – ist der Austausch des gesamten Kabelsegments die sicherste und oft auch günstigste Lösung.
Was absolut verboten ist
Isolierband, Lüsterklemmen im Putz, Verdrillen der Drähte, Silikon als “Abdichtung” – all das sind keine Reparaturmethoden, sondern Pfuschereien, die das Problem nur verbergen und das Risiko vergrößern.
Wie repariert man ein angebohrtes Kabel – Kosten im Überblick
| Leistung |
Kosten (ca.) |
| Notfalleinsatz + Diagnose |
80 – 200 € |
| Reparatur mit Unterputzdose |
150 – 350 € |
| Reparatur mit Vergussmuffe |
120 – 280 € |
| Kabel komplett erneuern (pro Meter) |
30 – 80 € |
| Wand öffnen, reparieren, verputzen |
200 – 500 € |
Die tatsächlichen Kosten hängen von der Zugänglichkeit, der Leitungstiefe und dem Aufwand für Stemm- und Putzarbeiten ab. In Altbauten mit hartem Mauerwerk – wie häufig in Prenzlauer Berg oder Charlottenburg – kann der Aufwand höher sein.
Kabelsuchgerät Wand – Hätte das verhindert werden können?
Meistens ja. Ein Kabelsuchgerät Wand – auch Leitungssucher genannt – erkennt vor dem Bohren, wo Kabel, Rohre und Metallteile in der Wand verlaufen. Wer vor jedem Bohrloch kurz mit dem Gerät über die Wand fährt, minimiert das Risiko erheblich.
Aber: Kein Gerät ist unfehlbar. Leitungssucher arbeiten zweidimensional – sie zeigen, wo ein Kabel verläuft, aber nicht immer in welcher Tiefe. Wer besonders tief bohrt oder in einem Berliner Altbau in Friedrichshain arbeitet, wo Kabel manchmal quer und in ungewöhnlichen Tiefen verlegt wurden, kann trotz Suchgerät eine Ader treffen.
Ein einfaches Gerät ist für 20 bis 50 Euro erhältlich und gehört in jeden Haushalt, der gelegentlich zur Bohrmaschine greift. Für häufige Heimwerker lohnt sich ein höherwertiges Modell mit Radartechnik ab etwa 150 Euro.
Besonderheiten in Berliner Wohnungen
Berlin ist eine Stadt der Altbauten – und alte Häuser haben alte Leitungsführungen. In Gebäuden aus der Gründerzeit in Kreuzberg, Neukölln oder Wedding verlaufen Kabel manchmal genau dort, wo kein vernünftiger Elektriker sie heute verlegen würde: diagonal, in ungewöhnlicher Höhe, oder direkt hinter dünnem Putz.
Wer in einem solchen Gebäude bohrt, sollte besonders vorsichtig sein – und im Zweifelsfall lieber den Elektriker fragen, bevor der Bohrer ansetzt.
Was tun, wenn man in einer Mietwohnung ein Kabel angebohrt hat?
Hier kommt eine weitere Dimension ins Spiel. In einer Mietwohnung in Lichtenberg oder Reinickendorf trifft ein angebohrtes Kabel nicht nur den Mieter – sondern auch den Vermieter, das Gebäude und möglicherweise andere Parteien.
Sofortmaßnahmen: Strom abschalten, Vermieter oder Hausverwaltung informieren, Elektriker beauftragen.
Versicherung: Die private Haftpflichtversicherung übernimmt in vielen Fällen die Kosten für Schäden, die beim Bohren entstanden sind – vorausgesetzt, man hat gebohrt, ohne fahrlässig grob gegen Vorschriften zu verstoßen (zum Beispiel ohne jegliche Prüfung auf Leitungen). Fotos der Situation sichern, bevor etwas repariert wird.
Wichtig: Keine Eigenreparatur versuchen, um Kosten zu sparen. Das macht die Situation in jedem Fall schlimmer.
Wenn Sie sich in einer solchen Situation unsicher sind, was als nächstes zu tun ist, erklärt unser Beitrag über das Beauftragen eines Elektronotdienstes den Ablauf Schritt für Schritt.
Elektriker-24std.de – Notfalleinsatz bei angebohrtem Kabel in Berlin
Ein angebohrtes Kabel ist ein Notfall – und genau dafür sind wir da. Unser 24-Stunden-Notdienst ist in ganz Berlin erreichbar, von Pankow bis Zehlendorf, von Mitte bis Köpenick. Wir kommen, prüfen, reparieren – fachgerecht, dokumentiert und ohne versteckte Kosten.
Jetzt anrufen: 0176 – 160 519 01
Fazit: Ein Moment Unachtsamkeit, eine klare Reaktion
Kabel angebohrt was tun – die Antwort ist immer dieselbe: Strom raus, nichts anfassen, Fachmann rufen. Ob Knall oder Stille, ob Miet- oder Eigentumswohnung, ob frisch renoviert oder Altbau in Tempelhof – das Vorgehen ändert sich nicht. Was sich ändert, ist das Risiko, wenn man zu lange wartet.
FAQ – Kabel angebohrt
Muss ich sofort einen Elektriker rufen, auch wenn nichts passiert ist?
Ja, unbedingt. Auch eine leicht beschädigte Kabelisolierung ohne Funken oder Sicherungsausfall ist ein Sicherheitsrisiko, das fachgerecht repariert werden muss.
Darf ich ein angebohrtes Kabel selbst reparieren?
Nein. Reparaturen an festen Elektroleitungen dürfen ausschließlich zugelassene Elektrofachbetriebe durchführen. Eigenreparaturen mit Isolierband oder Lüsterklemmen sind verboten und gefährlich.
Zahlt meine Haftpflichtversicherung den Schaden?
In vielen Fällen ja – besonders wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorlag. Wichtig: Fotos sichern, bevor etwas repariert wird, und den Schaden der Versicherung melden.
Wie verhindere ich in Zukunft, Kabel anzubohren?
Ein Kabelsuchgerät vor dem Bohren einsetzen. Kabel verlaufen in Deutschland nach Norm meist senkrecht oder waagerecht von Schaltern und Steckdosen – diese Zonen besonders sorgfältig prüfen.
Wie schnell kann elektriker-24std.de bei einem angebohrten Kabel vor Ort sein?
Wir sind 24 Stunden erreichbar – auch nachts und am Wochenende. Bei Notfällen koordinieren wir den Einsatz so schnell wie möglich. Rufen Sie uns an: 0176 – 160 519 01.
Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!